kunst

mein derzeit aktuellestes portfolio findest du hier: 

deutsch
englisch

auf social media bin ich fleissiger als auf meiner website. die aktuellste übersicht über meine arbeiten findest du daher auf instagram und tiktok. 

serien

Karten sind nie neutral. Sie entstehen aus dem Blick derer, die messen, benennen, einteilen – und damit beanspruchen. Ob See- oder Landkarte, historisches Dokument oder zeitgenössische Darstellung: Jede Linie ist eine Setzung, jeder Name ein Akt der Ordnung. Kartografie war stets auch Instrument von Eroberung, Kolonisierung und wirtschaftlicher Verwertung. Sie übersetzt Welt in kontrollierbaren Raum.

In dieser Serie werden alte und neue Karten zum Bildträger für Frauen, mädchen, babies und weitere Figuren. Körper überlagern Koordinaten, Biografien durchkreuzen Grenzen. Das vermeintlich objektive Raster trifft auf Verletzlichkeit und Erfahrung. Dort, wo Territorien definiert wurden, erscheinen jene, deren Leben selbst reguliert, diszipliniert und verfügbar gemacht wurden.

„Die Vermessung der Welt“ verschiebt den Fokus von der Beherrschung von Raum zur Kontrolle von Körpern. Kolonialismus, Ausbeutung, Sexismus und patriarchale Strukturen werden als verwandte Ordnungen sichtbar – Systeme, die Raum, Ressourcen und Menschen gleichermaßen erfassen und verwerten. Die Karte wird so vom Werkzeug der Macht zur Fläche der Kritik.

gaia_recode ist ein partizipatives Kunstprojekt, das im Sommer 2025 gemeinsam mit Nicola Heim ins Leben gerufen wurde. Es versteht sich nicht als abgeschlossene Werkserie, sondern als offener Prozess. Künstlerische Praxis wird hier zum kollektiven Denkraum: Beiträge entstehen dialogisch, zugänglich und bewusst jenseits exklusiver Marktlogiken. dazu wurde auch ein partizipativer raum auf instagram geschaffen. @gaia_recode

Inhaltlich verhandelt das Projekt sechs Paradigmen, die unser Verhältnis zu Natur, Körper, Arbeit, Eigentum, Fürsorge und Macht strukturieren. „Gaia“ steht dabei nicht für romantisierte Natur, sondern für ein komplexes Gefüge aus ökologischen, sozialen und ökonomischen Abhängigkeiten. „Recode“ meint die bewusste Umschreibung dieser Ordnungssysteme. Bestehende Narrative – etwa über Wachstum, Verwertbarkeit oder Hierarchie – werden hinterfragt und neu codiert.

gaia_recode setzt auf Teilhabe statt Repräsentation. Es lädt dazu ein, dominante Programme sichtbar zu machen und alternative Skripte zu formulieren. Die Arbeiten entstehen aus Austausch, Widerspruch und Erfahrung – als Versuch, kulturelle Betriebssysteme nicht nur zu kritisieren, sondern aktiv umzuschreiben.

Her Last Portrait begann mit meiner lückenlosen Dokumentation der Femizide 2025. Jeder Fall wurde festgehalten, recherchiert, benannt. Diese Phase ist für mich abgeschlossen – als konsequenter, persönlicher Akt des Sichtbarmachens. Aus dieser dokumentarischen Arbeit heraus entwickelte sich das Projekt weiter und wurde zu einer partizipativen Plattform auf Instagram, die künstlerische Positionen, Texte und Beiträge bündelt.

Inzwischen ist Her Last Portrait ein eigenständiger Verein mit eigener Website und kuratorischer Ausrichtung. Das Digitale bleibt Ausgangspunkt, doch es wird erweitert durch Ausstellungen, Kooperationen und interdisziplinäre Formate. Die Plattform ist offen angelegt, sie lädt zur Beteiligung ein und versteht sich als kollektives Gegengewicht zu medialer Verkürzung und gesellschaftlicher Abstumpfung.

Im Zentrum steht die Würde der Betroffenen. Die Arbeiten begreifen Kunst nicht als Illustration von Gewalt, sondern als Mahnmal gegen strukturelle Auslöschung. Das Projekt geht weiter – nicht mehr als reine Dokumentation, sondern als langfristige künstlerische und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit patriarchaler Gewalt.

frauen verschwinden. still. schleichend. und irgend-wann sind sie weg.

unsichtbar. inexistent.

tapetenwechsel ist meine antwort darauf. eine porträtserie, gezeichnet aus graphit und kohle – den vergänglichsten aller materialien. eine kleine reibung, ein nasser finger, und schon verwischt sich die spur, bis sie nicht mehr existiert. wie die geschichte der frauen. fragil und ständig bedroht vom auslöschen.

in tapetenwechsel porträtiere ich frauen, die mit ihrem hintergrund verschmelzen. sie verschwinden in mustern und strukturen, die so alt sind wie das patriarchat selbst. frauen als dekoration. als teil der kulisse. schnell übersehen, schnell vergessen. das muster wird immer wieder übertapeziert. schicht um schicht. jahr um jahr. unsichtbar gemacht.

diese serie ist ein visuelles fuck you an die unsichtbarkeit.

deit, das muster zu zerreißen. zeit, die linien neu zu ziehen.

meine porträts sind momentaufnahmen des dagewesenseins. fragmente, die sich dem auslöschen widersetzen. graphit und kohle – materialien, die genauso leicht zu verwischen sind wie die geschichte der frauen – werden in meinen bildern zu werkzeugen des sichtbarmachens.

tapetenwechsel ist ein appell, genauer hinzusehen.

eine erinnerung daran, dass das, was verschwindet, nicht automatisch unbedeutend ist.

zeit, die tapeten herunterzureißen, die geschichten zu erzählen und die spuren sichtbar zu machen.

die serie „die gefi_kten“ steht im zeichen fiktiver historischer frauenpersönlichkeiten, die daniela luschin in bild und text „gebärt“. sie ist ein gedenken an all die vergessenen frauen und jene, die groß hätten sein können, deren potenziale jedoch nie ausgeschöpft wurden. es geht um die, die nicht waren, aber hätten sein können.

die serie hat intensive diskussionen ausgelöst – nicht nur positive. bitterer gegenwind kam von menschen, die meinten, sie würde die realität verkennen oder dass der provokante titel unangemessen sei. doch genau deshalb hat sich luschin für diesen titel entschieden. ein weichgespülter „mimimi-titel“ hätte kaum gehör gefunden. mit dem bewusst gesetzten bruch, dem fehlenden „c“, baut sie eine brücke zwischen den „gefickten“ und der fiktion, mit der sie spielt.

in ihren portraits gibt sie den von der patriarchalen geschichte vergessenen etwas zurück, das ihnen von geburt an hätte zustehen sollen: würde. ihre biografien sind fiktiv, könnten aber so oder ähnlich tatsächlich stattgefunden haben. denn die geschichte von frauen ist kein rosaroter zuckerwattenhopser durch die zeit – sie ist eine endlosliste von ungerechtigkeiten. ihre fiktiven geschichten sollen die historische ungleichheit minimal in richtung balance verschieben.

neben den portraits werden in ihren ausstellungen auch von ihr eingesprochene geschichten der portraitierten frauen als audios präsentiert.