die tölpel der liebe

wenn es um liebe geht, werden menschen zu tölpeln. der wunsch nach nähe, zuneigung, sexualität trübt den blick. die meisten von uns sehen durch eine rosarote brille. einige aber tragen eine rote.
 
rot, weil sie die rote pille geschluckt haben und sich in die manosphere gestürzt haben. dorthin, wo ihnen landkarten gereicht werden, auf denen angeblich die route zur eroberung von frauen eingezeichnet ist.
dort steht: sei nicht zu nett. gib ihr nicht zu viel aufmerksamkeit. lass sie investieren. frauen wollen einen mann, der sich nimmt, was er will. frauen testen dich. du musst führen. und manchmal, ja, da kannst du auch grob sein.
 
sie nennen das liebe.
 
ich habe dieses bild bestickt, weil ich wissen wollte, wie liebe aussieht, wenn man sie nicht fühlt, sondern kartiert. in linien. in strategien.
 
ich habe zwei tölpel darauf gelegt.
 
einem wird der schnabel zugeschnürt.
der andere zieht.
nach anleitung.
und ich habe gemerkt: das ist es, was passiert, wenn liebe zur methode wird. du nimmst der anderen die stimme und nennst es führung. du schnürst ihr den hals ab und nennst es anziehung. du folgst einer route und nennst es nähe.
 
aber liebe entsteht nicht dort, wo jemand weniger wird. sondern dort, wo beide mehr werden.
 
es gibt keine route ins herz eines menschen. keine strategie, die nähe garantiert.
 
ich nenne dieses bild „die tölpel der liebe“, weil die größte törichtheit nicht darin liegt, unbeholfen zu lieben, sondern darin, liebe nach anleitung gewinnen zu wollen.
und am ende möchte ich mich entschuldigen.
bei den tölpeln.
 
für alles, was ich ihnen unterstellen musste, um über die mängel der menschen sprechen zu können.