ein besuch auf den lofot(z)en

im rahmen meiner serie „die vermessung der welt“ habe ich auf einer karte der lofoten von 1939 gearbeitet und mich mit der vermessung der vulva beschäftigt.

nicht zufällig: weibliche genitalien gehören zu den am stärksten normierten körperteilen, medizinisch wie ästhetisch. ich habe die vulva eingestickt – eine technik, die im kontext weiblicher genitalverstümmelung eine zusätzliche ebene von schmerz und kontrolle aufruft.

  • es gibt keine „normale“ vulva
  • innere labien können wenige mm bis mehrere cm lang sein
  • asymmetrie ist die regel, nicht die ausnahme
  • sichtbare vulven in medien sind stark selektiert oder bearbeitet
  • weibliche genitalien gehören zu den am häufigsten normierten körperteilen
  • labiaplastik-zahlen steigen weltweit seit jahren kontinuierlich
  • ein grossteil dieser eingriffe ist medizinisch nicht notwendig
  • schönheitsnormen entstehen oft durch pornografie und retuschierte bilder
  • über 200 mio frauen leben mit den folgen von fgm (female genital mutilation)
  • jährlich sind 3–4 mio mädchen gefährdet
  • fgm hat schwere langzeitfolgen
  • betroffene leiden häufig an chronischen schmerzen, komplikationen bei geburten und psychischen traumata
  • jungfräulichkeit ist kein medizinischer zustand, sondern sozial konstruiert
  • das hymen ist kein beweis für jungfräulichkeit
  • viele frauen bluten nicht beim ersten mal
  • hymenrekonstruktionen + produkte zur simulation von “erstem blut” sind stark nachgefragt
  • bis heute wird der „husband stitch“ oft ohne informierte einwilligung der frau durchgeführt
  • die praxis ist medizinisch nicht notwendig und kann langfristige schmerzen und schäden verursachen
  • die klitoris hat ca. 8.000 nervenenden
  • der großteil der klitoris ist unsichtbar im körper
  • weibliche anatomie ist historisch untererforscht