mamacita — brennt er?
der vulkan in dir,
dieser unterirdische würgeengel
mit glühender wut als magma
und einer lava, die nicht fließen kann,
und stockt, staut —
wie geschluckter donner.
mamacita — schmeckt er metallisch?
dieser reflux aus
verschluckten worten,
der dir die speiseröhre ritzt
und dir das zwerchfell
zu einer knotenbank fesselt.
„ich kann nicht atmen“ schreit hysterisch
deine innenbauchsirene.
mamacita — schnürt dir dein korsett die lebensfreude ab?
contenance als stramm gezurrtes
„bleib brav“.
kontrolle als erhobener finger,
der dir die lust aufs entgleisen
aufs loslassen, aufs rausschreien
auf die brust pocht.
mamacita — fragst du heimlich:
gibt es freiheit, die nicht in kellerzimmern haust?
schönheit, die ohne nadeln auskommt?
liebe, die nicht auf ungleichgewicht balanciert
wie ein zirkusakt kurz vorm absturz?
ein miteinander ohne
botoxiertes lächeln & klingen im rücken?
mamacita — zieh die goldene schleife ab
diese höfliche ersatzhaut — weg.
schnür dich auf,
lass luft in die rippenbögen.
taste dieses anders,
dieses ungezähmte süffig süß rohe:
lust, liebe, leben
jenseits des katechismus von
du musst / du sollst / du darfst nicht.